Rehkitzrettung
Rehkitzrettung der Jägervereinigung Frankenberg
Ansprechpartner
Jana Heinze
Obfrau Kitzrettung
Tel.: 01523/6211349
Wirkungskreis
Altkreis Frankenberg
(südlicher Teil des Landkreises
Waldeck-Frankenberg)
Die Jägervereinigung Frankenberg e.V. hat am 4. Juni 2025 die Arbeitsgruppe Kitzrettung gegründet, um die im südlichen Landkreis Waldeck-Frankenberg nicht flächendeckend vorhandene technische Ausstattung für die Rettung von Rehkitzen und Brutgelegen weiter auszubauen. Die Jägervereinigung Frankenberg setzt dabei auf die Methode des Absuchens mit modernster Drohnentechnik in den frühen Morgenstunden.
Durch unser Engagement können viele weitere Kitze vor dem qualvollen Tod bewahrt werden, da die bisher vorhandenen Geräte nicht den gesamten Wirkungskreis unserer Jägervereinigung abdecken.
Im Juni 2026 hat uns das HR Fernsehen besucht und einen Bericht über unsere Arbeit aufgenommen. Hier können Sie den Beitrag anschauen:
Sie möchten sich in der Rehkitzrettung engagieren oder mit einer Spende unterstützen?
Für den erfolgreichen Aufbau und die Durchführung der Rehkitzrettung benötigen wir weitere engagierte Unterstützer aus den Reihen unserer Vereinsmitglieder. Wer Interesse hat, sich aktiv in der Arbeitsgruppe Kitzrettung einzubringen, sei es bei Einsätzen, der Technikbetreuung oder in der Organisation, ist herzlich eingeladen, sich bei uns zu melden.
Darüber hinaus freuen wir uns über finanzielle Unterstützung von Firmen und Privatpersonen, die dazu beitragen möchten, den Schutz von Wildtieren aktiv zu fördern. Die eingehenden Spenden werden gezielt für die Anschaffung sowie die stetige Optimierung der technischen Ausrüstung zur Rehkitzrettung eingesetzt, insbesondere für moderne Drohnentechnik mit Wärmebildkameras, Zubehör und sicherheitsrelevante Ausstattung. Damit ermöglichen Sie uns, unsere Einsätze noch effektiver durchzuführen. Jeder Beitrag egal ob groß oder klein, leistet einen wertvollen Beitrag zum Schutz junger Wildtiere während der Mähsaison.
Spendenkonto:
Jägervereinigung Frankenberg e.V.
IBAN: DE08 5235 0005 0005 0036 78
BIC: HELADEF1KOR
Bank: Sparkasse Waldeck-Frankenberg
Verwendungszweck: Spende Kitzrettung
Als eingetragener Verein sind wir berechtigt, Spendenbescheinigungen für steuerliche Zwecke auszustellen. Aus organisatorischen Gründen stellen wir diese ab einem Spendenbetrag von 50 Euro aus. Bitte geben Sie dafür im Verwendungszweck Ihre vollständige Anschrift an oder setzen Sie sich direkt mit uns in Verbindung.
Vielen Dank für Ihre Unterstützung!
Warum müssen Rehkitze überhaupt gerettet werden?
In den Frühlings- und Frühsommermonaten ist in Deutschland die Brut- und Setzzeit. In dieser Phase bringen Rehgeißen ihren Nachwuchs zur Welt. Die Kitze werden oft in hochstehenden Wiesen abgelegt, wo sie nahezu regungslos verharren. Dieses Verhalten dient dem Schutz vor natürlichen Feinden. Für die moderne Landwirtschaft jedoch wird es zur Todesfalle. Beim ersten Grasschnitt, der zeitlich fast identisch mit der Setzzeit erfolgt, geraten viele Rehkitze unter Mähwerke. Sie fliehen nicht, sondern drücken sich instinktiv an den Boden. Dadurch sind sie für den Maschinenführer unsichtbar – das Resultat ist ein grausamer Tod oder schwerste Verletzungen. Das Tierleid, das dabei entsteht, ist enorm: Abgetrennte Gliedmaßen, zertrümmerte Knochen oder inneres Verbluten zählen zu den häufigen Verletzungsbildern. Viele Kitze sterben nicht sofort, sondern verenden langsam und qualvoll auf der Wiese.
Jährlich sterben in Deutschland schätzungsweise 90.000 bis 100.000 Rehkitze bei der Wiesenmahd. In Regionen mit besonders hoher Dichte können bis zu 30 tote oder gerettete Kitze pro 100 Hektar auftreten. Die Sterblichkeitsrate ohne Schutzmaßnahmen liegt teils bei über 25 % der Kitze in betroffenen Gebieten. Diese Zahlen machen deutlich, dass es sich nicht um Einzelfälle handelt, sondern um ein flächendeckendes Problem mit massiver Auswirkung auf das Tierwohl.
Nicht nur Rehkitze sind in dieser Jahreszeit gefährdet. Auch zahlreiche andere wildlebende Arten sind von Mäharbeiten betroffen: Bodenbrüter wie Feldlerche, Rebhuhn oder Kiebitz legen ihre Eier im hohen Gras ab. Die Gelege werden durch das Mähen zerstört – damit gehen oft ganze Bruten verloren. Junghasen verhalten sich ähnlich wie Rehkitze: Sie bleiben bewegungslos im Gras liegen und fallen ebenfalls häufig den Maschinen zum Opfer.
Das Tierschutzgesetz (§ 17 TierSchG) verbietet es, einem Wirbeltier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zuzufügen. Auch das Bundesnaturschutzgesetz (§ 39 BNatSchG) verpflichtet zur Rücksichtnahme auf wildlebende Tiere bei der Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Flächen.
Somit ist die Rehkitzrettung nicht nur eine moralische Verpflichtung, sondern auch ein rechtlicher Auftrag zum Schutz der heimischen Tierwelt. Die Rehkitzrettung ist unerlässlich. Ohne vorbeugende Maßnahmen erleiden jedes Jahr tausende Tiere einen sinnlosen, qualvollen Tod. Auch viele andere Wildtiere sind gefährdet.
Der Schutz dieser Tiere ist ein Gebot der Ethik, des Naturschutzes und der Gesetzgebung – und ein Zeichen für den respektvollen Umgang mit der Natur.
Aktuelle Tätigkeiten unserer Rehkitzrettung
August 2026
Rückblick auf die erste Saison der Kitzrettung
Unsere erste Saison der Kitzrettung liegt hinter uns und wir können auf ein erfolgreiches erstes Jahr zurückblicken.
Die Nachfrage war von Anfang an sehr hoch und hat gezeigt, wie groß der Bedarf an Kitzrettung in unserer Region ist. Mit viel Einsatz, einigen frühen Morgenstunden und einer guten Zusammenarbeit konnten wir in unserer ersten Saison insgesamt
98 Rehkitze und
1 Rotwildkalb
retten.
Das ist eine Zahl, auf die wir wirklich stolz sein können und die zeigt, wie wichtig diese Arbeit ist. Hinter jedem geretteten Kitz stecken viel Engagement, Zeit und die Zusammenarbeit aller Beteiligten.
Besonders stolz sind wir daher auf unser großartiges Team!
Es ist schön zu sehen, mit wie viel Engagement, Motivation, Freude und Zusammenhalt alle dabei sind. Egal, ob bei den frühen Einsätzen am Morgen oder bei der Organisation im Hintergrund, jeder packt mit an und trägt seinen Teil dazu bei, dass wir gemeinsam so viel erreichen konnten. Auch wenn wir morgens im Morgengrauen schon an den Wiesen standen, waren es immer nette Stunden in guter Gesellschaft, wo auch der ein oder andere Spaß nicht zu kurz kam. Genau dieser Zusammenhalt macht unsere Kitzrettung aus und hat maßgeblich zu unserem Erfolg beigetragen. Auch außerhalb der Kitzrettungssaison kam das Team bei verschiedenen gemeinsamen Terminen zusammen. Dabei konnten wir uns auch abseits der Einsätze austauschen, den Zusammenhalt stärken und als Team weiter zusammenwachsen, sodass aus Kitzrettern Freunde wurden. Denn nicht nur bei der eigentlichen Kitzrettung ist eine gute Zusammenarbeit wichtig, sondern auch das Miteinander außerhalb der Saison.
Aber: Genauso wichtig ist die gute Zusammenarbeit mit den Landwirten. Nur wenn wir rechtzeitig über anstehende Mäharbeiten informiert werden und die Einsätze gemeinsam abstimmen können, haben wir die Möglichkeit, die Flächen rechtzeitig abzusuchen und die Kitze in Sicherheit zu bringen. Die Bereitschaft der Landwirte, mit uns zusammenzuarbeiten und die Kitzrettung in ihre Arbeitsabläufe einzubinden, ist ein entscheidender Bestandteil unserer Arbeit. Dafür möchten wir uns ausdrücklich bedanken. Denn nur gemeinsam können wir den Schutz der Wildtiere und die landwirtschaftlichen Arbeiten bestmöglich miteinander verbinden.
Allerdings hat die erste Saison auch gezeigt, dass wir mit nur einer Drohne die hohe Nachfrage kaum bewältigen konnten. Gerade in der Hauptmähsaison müssen oft viele Flächen innerhalb kurzer Zeit abgesucht werden. Mit nur einer Drohne stoßen wir dabei schnell an unsere Grenzen und können leider nicht alle Anfragen abdecken.
Deshalb benötigen wir dringend eine zweite Drohne! Damit könnten wir mehr Flächen absuchen, flexibler auf Anfragen reagieren und künftig noch mehr Kitze vor dem Mähtod bewahren. Um dieses Ziel zu erreichen, sind wir auf Spenden und Unterstützung angewiesen. Jeder Beitrag hilft uns dabei, die Kitzrettung weiter auszubauen und für die kommenden Jahre besser aufzustellen.
Die erste Saison hat uns gezeigt, wie wichtig die Kitzrettung ist und dass wir auf dem richtigen Weg sind. Gemeinsam mit den Landwirten, unserem Team und allen Unterstützern möchten wir die Kitzrettung weiter voranbringen und möglichst vielen jungen Wildtieren einen guten Start ins Leben ermöglichen. Vielen Dank an alle, die uns bisher unterstützt haben!
März 2026
Für den Transport der Ausrüstung zu den Einsatzorten wurde ein Kofferanhänger mit Seitenklappe angeschafft. Zur weiteren erworbenen Ausstattung der Kitzrettungsgruppe gehören zudem zehn Kitzrettungskörbe, um aufgefundene Kitze während der Mahd kurzfristig sicher unterzubringen. Für den Ausbau der mobilen Einsatztechnik erhielt die Gruppe zudem Regale als Sachspende, außerdem wurden ein eigens für die Jägervereinigung Frankenberg gestaltetes Landepad für die Drohne und vier wetterfeste Funkgeräte beschafft.
Die Arbeitsgruppe Kitzrettung der Jägervereinigung Frankenberg e.V. hat sich an den vergangenen Wochenenden in fast vollständiger Besetzung zu gemeinsamen Übungsflügen getroffen. Insgesamt 17 Jägerinnen und Jäger gehören der Gruppe bisher an. Mit den Übungen bereitet sich die Gruppe auf die bevorstehende Kitzrettungssaison vor und gilt inzwischen als einsatzbereit. Die Jägervereinigung Frankenberg e.V. hatte die Arbeitsgruppe am 4. Juni 2025 gegründet und seither ca. 18.000€ investiert.
Die Jägervereinigung Frankenberg bietet Landwirten an, ihre Wiesen vor der Mahd kostenlos nach Rehkitzen und anderen Wildtieren abzusuchen. Landwirte können sich dazu an die Obfrau Kitzrettung der Jägervereinigung wenden. Die Arbeit der Jägerschaft ist ehrenamtlich, dennoch freut sich die Jägervereinigung auch weiterhin über Spenden, um die Ausrüstung weiter auszubauen und bedankt sich auf diesem Weg bei allen bisherigen Unterstützern.
August 2025
Die Jägervereinigung Frankenberg freut sich, einen weiteren Schritt der AG Kitzrettung bekanntgeben zu können. Für den Erwerb einer neuen Drohne wurde erfolgreich ein Förderantrag beim Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) gestellt. Die beantragte Förderung in Höhe von 4.000 Euro wurde genehmigt und stellt einen wichtigen Beitrag zur Finanzierung dieser Investition dar.
Somit konnte die DJI Matrice 4TD angeschafft werden, eine wetterfeste Premium-Thermaldrohne mit moderner KI-Technologie. Dank ihrer IP55-Zertifizierung ist sie auch bei Regen und Nebel zuverlässig einsetzbar. Zur technischen Ausstattung gehören eine 48-Megapixel-Weitwinkelkamera, ein 112-facher Hybridzoom, eine Wärmebildkamera mit 640 × 512 Pixeln sowie ein Laserentfernungsmesser mit einer Reichweite von 1.800 Metern. Zusätzlich bietet sie innovative Funktionen wie elektronische Entnebelung und Nachtsicht. Die Flugzeit beträgt pro Akku etwa 50 Minuten, gesteuert wird das Gerät mit dem 7-Zoll RC Plus 2 Controller. Durch ihre robuste Bauweise, die lange Flugzeit und die vielfältigen technischen Möglichkeiten ist die DJI Matrice 4TD ideal für die Kitzrettung geeignet. Die Jägervereinigung bemüht sich um weitere Förder- und Spendengelder.
Mai/ Juni/ Juli 2025
Die für die Rehkitzrettung zuständige Arbeitsgruppe der Jägervereinigung Frankenberg e.V. hat sich intensiv mit allen rechtlichen Fragestellungen befasst. In mehreren internen Abstimmungen wurde der konkrete Bedarf an Ausrüstung, Personal und rechtlichen Voraussetzungen sorgfältig zusammengetragen.
Parallel dazu steht die Arbeitsgruppe in engem und konstruktivem Austausch mit den zuständigen Behörden. Ziel ist es, das Projekt von Beginn an rechtskonform und in enger Abstimmung mit allen relevanten Stellen durchzuführen.
Sämtliche rechtlichen Rahmenbedingungen, darunter die erforderliche Haftpflichtversicherung, der Nachweis der Fernpilotenkompetenz, die ordnungsgemäße Kennzeichnung der Drohnen sowie deren Registrierung bei den zuständigen Stellen – wurden umfassend recherchiert und werden konsequent umgesetzt. Damit wird sichergestellt, dass alle Einsätze professionell, sicher und im Einklang mit den gesetzlichen Vorgaben erfolgen.
Für die Drohne wurde ein Förderantrag beim Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) gestellt. Ziel des Vorstands der Jägervereinigung Frankenberg ist es, die Kosten der Rehkitzrettung durch Fördergelder und Spenden zu decken, um andere Bereiche (Schießwesen, Hundewesen, Jagdhornbläser und Jungjägerausbildung) nicht finanziell zu benachteiligen und gleichzeitig Rücklagen für anderweitig notwendige Investitionen bereitzuhalten.
Die Jägervereinigung Frankenberg e.V. hat zur Unterstützung ihrer ehrenamtlichen Rehkitzrettungsmaßnahmen bei mehreren passenden Stiftungen, der Umweltlotterie GENAU sowie zuständigen Ministerien Förderanträge eingereicht.
Unterstützer der Kitzrettung
Die Jägervereinigung Frankenberg bedankt sich herzlich bei allen Spenderinnen und Spendern, durch Ihre großzügige Unterstützung den Aufbau der AG Kitzrettung erst möglich machen. Jede einzelne Spende trägt direkt dazu bei, junge Wildtiere zu retten.
Im Namen aller Jägerinnen und Jäger der Jägervereinigung Frankenberg ein herzliches Dankeschön an:
ante-holz GmbH
ante Romantikhof Alte Wiesen
Athenstädt GmbH
Balzer
BAUKULT Sanierungs- und Ingenieur GmbH & Co. KG
Benjamin Knittel
Bernd Schlichterle
Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat
BRARBE Brandschutz, Arbeitssicherheit, Betriebsarzt
Czeczatka, Werner & Partner Steuerberatungsgesellschaft
Margot Dahlke-Dippel
Daube Nutzfahrzeuge GmbH
Edertal Apotheke
EGF EnergieGesellschaft Frankenberg mbH
Energie Waldeck-Frankenberg GmbH
Gabriele Vogt
GENAU Umweltlotterie Hessen
Hegering Battenberg
Hessische Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat
Katja Langenfeld
KR-Copter
Modehaus Heinze
REWE Denis Schneider oHG (Frankenberg/ Eder, Hallenberg und Wetter)
Sparkasse Waldeck-Frankenberg
Viessmann Holding International GmbH
Viessmann Stiftung Battenberg
Waldeck-Frankenberger Bank eG
Willi Walter